Sprachmittlung

Das Modellprojekt Sprachmittlungspool ermöglicht die Vermittlung und Finanzierung von Sprachmittelnden für die psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung von geflüchteten Menschen in Bremen und Bremerhaven.
Damit soll eine verbesserte Teilhabe bzw. Zugang zum Gesundheitssystem und eine ambulante Versorgung in Psychiatrie und Psychotherapie in der GKV oder Privatpraxis ermöglicht werden.

Das Modellprojekt richtet sich an Psychiater*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychiater*innen, ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen für einen qualitätsgesicherten Zugang zu qualifizierten Sprachmittelnden und deren Finanzierung. Wesentliche Bestandteile des Projekts sind außerdem Curriculare Fortbildungen sowie ein regelmäßiges Supervisionsangebot für Sprachmittelnde und Fortbildungensveranstaltungen für Psychiater*innen und Psychotherapeut*innen.

Eine Vermittlung erfolgt über eine Antragstellung. Anträge können schriftlich bzw. per E-Mail gestellt werden. Nach Prüfung des Antrags nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf, um ggf. Details der Vermittlung zu klären.
Die Patient*innen müssen aus Bremen oder Bremerhaven kommen und der Behandlungsort muss Bremen oder Bremerhaven sein.

Das Merkblatt zur Antragstellung finden Sie hier: Merkblatt

Das Antragsformular finden Sie hier: Antragsformular

Kontakt per Email: sprachmittlung [at] refugio-bremen.de
Postalisch: Refugio Bremen, Sprachmittlungspool, Außer der Schleifmühle 53, 28203 Bremen

Es werden ausschließlich die Kosten für die Sprachmittlung auf Honorarbasis erstattet. Eine Übernahme von Fahrtkosten oder anderen Nebenkosten ist ausgeschlossen. Eine Bewilligung von Anträgen kann vorerst nur für den Zeitraum bis Dezember 2019 erfolgen. Eine Verlängerung des Projekts für das Jahr 2020 ist angestrebt.

Wir suchen noch interessierte Sprachmittelnde – melden Sie sich bei Interesse mit einer kurzen Mail unter Angabe Ihrer Kontaktdaten an:
sprachmittlung [at] refugio-bremen.de

Hintergrund

Die Teilhabe bzw. der Zugang zum niedergelassenen gesundheitlichen Regelsystem stellen einen zentralen Faktor der Integration dar. Der Zugang zum Regelsystem scheitert momentan maßgeblich an fehlender Finanzierung von Kosten für Sprachmittelnde für die Behandlung. In der Folge häufen sich in den Sozialpsychiatrischen Behandlungszentren und im akutstationären Bereich die Zahlen der Kontakte von Geflüchteten in krisenhaften psychischen Zuständen.

Das Modellprojekt reagiert auf die Problemlage, dass viele Geflüchtete mit psychischen Erkrankungen, in Bremen und Bremerhaven bisher nicht angemessen versorgt werden können. Auch der fehlende Zugang zur Vermittlung von spezifisch geschulten Sprachmittelnden soll durch den Aufbau eines qualifizierten Sprachmittlungspools verbessert werden. Dies ist wichtig, weil sich die Sprachmittlung im Bereich von Psychiatrie und Psychotherapie  von anderen Übersetzungssituationen unterscheidet und spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten erfordert. Das im September 2019 gestartete Modellprojekt schafft nun eine neue, spezifische Möglichkeit der gezielten Vermittlung von Sprachmittelnden.

Ein Beirat wird das Projekt fachlich begleiten und regelmäßig über den Stand des Verfahrens informiert.

Das Modellprojekt Sprachmittlungspool wird gefördert von der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz in Bremen.

Fortbildungen:

Sprachmittlung-Fortbildung 2019 1. Teil-1

MITMACHEN & SPENDEN