Das Modellprojekt Sprachmittlungspool ermöglicht die Vermittlung und Finanzierung von qualifizierten Sprachmittler*innen für die psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung von geflüchteten Menschen in Bremen und Bremerhaven.

Es richtet sich an Psychiater*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychiater*innen, ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen bzw. Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut*innen sowie psychologische Psychotherapeut*innen in Ausbildung bzw. ärztliche Psychotherapeut*innen in Weiterbildung. Die Patient*innen müssen aus Bremen oder Bremerhaven kommen und der Behandlungsort muss ebenfalls in Bremen oder Bremerhaven sein. Eine Vermittlung von Sprachmittler*innen erfolgt nach einer Antragstellung durch die Praxen. Anträge können schriftlich bzw. per E-Mail oder Fax gestellt werden. Gerne beraten wir vorab auch telefonisch.
Nach Prüfung des Antrags nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf, um ggf. Details der Vermittlung zu klären. Es werden ausschließlich die Kosten für die Sprachmittlung auf Honorarbasis erstattet. Eine Übernahme von Fahrtkosten oder anderen Nebenkosten ist ausgeschlossen. Eine Bewilligung von Anträgen kann nur für den Zeitraum bis Dezember 2022 erfolgen.

Das Merkblatt zur Antragstellung finden Sie hier:

Das Antragsformular finden Sie hier:

Kontakt:

Sprachmittlungspool, Refugio Bremen, Außer der Schleifmühle 53, 28203 Bremen

0421 17668968  jeweils Montag – Donnerstag von 10 – 12 Uhr

sprachmittlung [at] refugio-bremen.de

Fax: 0421 176677-99

Hintergrund:

Die Teilhabe bzw. der Zugang zum niedergelassenen gesundheitlichen Regelsystem stellt einen zentralen Faktor der Integration dar. Der Zugang zum Regelsystem scheitert momentan maßgeblich an fehlender Finanzierung von Kosten für Sprachmittelnde für die Behandlung. In der Folge häufen sich in den Sozialpsychiatrischen Behandlungszentren und im akutstationären Bereich die Zahlen der Kontakte von Geflüchteten in krisenhaften psychischen Zuständen.

Wir reagieren auf die Problemlage, dass viele Geflüchtete mit psychischen Erkrankungen in Bremen und Bremerhaven bisher nicht angemessen versorgt werden können. Auch der fehlende Zugang zur Vermittlung von spezifisch geschulten Sprachmittelnden soll durch den Aufbau eines qualifizierten Sprachmittlungspools verbessert werden. Dies ist wichtig, weil sich die Sprachmittlung im Bereich von Psychiatrie und Psychotherapie von anderen Übersetzungssituationen unterscheidet und spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten erfordert. Das im September 2019 gestartete Modellprojekt schafft nun eine neue, spezifische Möglichkeit der gezielten Vermittlung von Sprachmittelnden. Darüber hat u.a. die tageszeitung berichtet.

Wesentliche Bestandteile des Projekts sind außerdem Curriculare Fortbildungen sowie ein regelmäßiges Supervisionsangebot für Sprachmittelnde und Fortbildungsveranstaltungen für Psychiater*innen und Psychotherapeut*innen.

Ferner begleitet ein Fachbeirat das Projekt und wird regelmäßig über den Stand des Verfahrens informiert. Auf bundesweiter Ebene besteht eine fachliche Kooperation mit SEGEMI (Hamburg).

Das Modellprojekt Sprachmittlungspool wird gefördert von der
Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz in Bremen.