Lilia aus Serbien, deren Familie als Angehörige der Roma verfolgt wurde, hat ein Kind bei einem mutwillig verursachten Autounfall verloren, selbst einen Mordversuch überlebt und musste mitansehen, wie ihr Haus angezündet wurde. Als die Familie nichts mehr hatte, floh sie nach Deutschland.

Auf Anraten ihres Arztes kam sie in unser Behandlungszentrum. Auf ihrem ersten Bild im Rahmen der Kunsttherapie malte sie den ersten Tag in Deutschland: Es sind Eltern und Kinder zu sehen, die in einem Park stehen. Sie wirken wie abgestellt, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Krank vor Angst, mit Schlafstörungen, Albträumen, Rücken- und Bauchschmerzen wendete Lilia sich an uns. Später, als die Familie eine eigene Wohnung bezieht, zeichnet sie das Haus mit den neuen Zimmern und Betten der Kinder.

Hamit ist ein Junge, der durch seine freundliche und offene Art Herzen für sich gewinnt und dem es leichtfällt, Freundschaften zu schließen. Aufgrund seiner Erlebnisse im Irak leidet er jedoch noch immer unter nächtlichen Alpträumen und tagsüber unter ihn erschreckenden Bildern und Vorstellungen, die er nicht kontrollieren kann.

Auf dem Schulweg begegnen mir Monster.

Hamit, 11 Jahre

Hamit hat immer noch Angst um das Leben seiner Eltern, obwohl die Familie seit zwei Jahren in Bremen lebt. Er geht zur Schule und nimmt regelmäßig an einem Gruppenangebot in unserem Zentrum teil. Was Hamit aber nicht verstehen könne, sei, warum er und seine Familie als Flüchtlinge finanziell so eingeschränkt leben müssten.

Morteza ist ein ruhiger, oft lächelnder junger Mann. Er ist 19 Jahre alt und hat große Angst davor, nach Afghanistan zurückkehren zu müssen – an den Ort, wo er seine Kindheit verloren hat und extremer Gewalt und Schutzlosigkeit ausgesetzt war. Sein Wunsch ist es, in Ruhe leben zu können und eine Ausbildung beginnen zu können. Kennengelernt haben wir ihn über das Fußballprojekt von Refugio.

Nach der sehr belastenden Phase der Unsicherheit in Bezug auf seinen Asylantrag fand ein therapeutisches Clearing statt und danach konnte eine Behandlung begonnen werden. Auch ein Facharzt für Psychiatrie wurde konsultiert. Auch wenn es ihm schwer falle, Worte für die Geschehnisse in seiner Vergangenheit zu finden, seien ihm die therapeutischen Gespräche sehr wichtig, so Morteza. Seine Bitte ist, dass seinem Fall Aufmerksamkeit und Gerechtigkeit geschenkt werde.

„Mit Sport kann ich meine Hoffnungslosigkeit beherrschen.“

Morteza, 19 Jahre


Unsere Klient*innen brauchen auch in der Corona-Zeit dringend unsere Unterstützung.
Wir tun unser Bestes, um für unsere Klient*innen da zu sein.

Amira, eine unserer Klient*innen, die sich bedingt durch die Pandemie auf ein digitales Gesprächsformat eingelassen hat, um zumindest temporär den Kontakt nicht zu verlieren, schildert ihre Erfahrungen so:

Es tat mir gut. Ich hatte das Gefühl nicht allein zu sein, war froh darüber, dass es jemanden gab, der da ist, mit dem ich meine Angst teilen konnte. Ich habe zwei Mal in der Woche mit meiner Therapeutin gesprochen. Wir haben das über das Internet gemacht. Es gibt ein Programm, um sich per Video zu treffen. Da waren wir an unterschiedlichen Orten und konnten uns aber trotzdem sehen. Natürlich finde ich es schöner, mit ihr in einem Zimmer zu sein, aber das ging ja nicht. Und für mich hat sich das auch angefühlt, als wären wir zusammen.

Amira, 32 Jahre
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