Trauma

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Eine psychische Verletzung, die aus Extremsituationen wie z.B. Folter, Krieg, Bürgerkrieg oder Flucht entsteht, bezeichnet man als Trauma. Die Erlebnisse aus den Extremsituationen wirken so übermäßig belastend auf den einzelnen Menschen, dass die Psyche nicht mehr auf gewohnte, normale Weise reagieren kann. Sie wird von der Gefahr förmlich überflutet. Notfallreaktionen werden aktiviert, die zunächst verhindern, dass der Mensch vollkommen zusammenbricht.

Bestehen nach dem Trauma ausreichende Sicherheit und Unterstützung, dann gelingt es oft, die schrecklichen Erfahrungen aus eigener Kraft zu bewältigen.

Manchmal, besonders nach schweren Traumata, kann das Erlebte jedoch nicht verarbeitet werden und der traumatisierte Mensch erkrankt seelisch. Das Trauma bleibt dann wie ein Fremdkörper in der Seele zurück und belastet und behindert die Menschen auch dann noch, wenn die eigentliche Situation und ihre Gefahren längst vorbei sind.
Die Überlebenden werden dann z.B. von Schuldgefühlen verfolgt. Sie fragen sich, warum gerade sie verschont geblieben sind und haben ein schlechtes Gewissen gegenüber denen, die getötet wurden oder denen eine Flucht nicht gelang. Traumatisch erkrankte Menschen weisen oft auch eine Vielzahl körperlicher Schmerzen auf, haben Gedächtnis- und Schlafstörungen und Albträume. Sie haben ihr Vertrauen in die Menschheit und in die Zukunft verloren. Dann ist es sinnvoll, eine traumatherapeutische Behandlung einzugehen.

Traumatherapie

Die meisten Flüchtlinge, die zu REFUGIO kommen, haben schwere traumatisierende Erfahrungen mitgemacht.
Ein großer Teil von ihnen ist daran erkrankt und benötigt spezialisierte Behandlung. Das erste Ziel in der Therapie mit schwertraumatisierten Menschen ist die Herstellung einer Situation der Sicherheit und eines  Vertrauensverhältnisses für die weitere Arbeit. Zudem sollte das therapeutische Vorgehen durch Zurückhaltung und Vorsicht bestimmt sein, denn die KlientInnen sind ja gerade durch permanente extreme Grenzverletzungen gezeichnet. Andernfalls besteht im ungünstigsten Fall die Gefahr einer Retraumatisierung.

REFUGIO arbeitet  mit extrem traumatisierten Flüchtlingen nach einem Modell Integrativer Traumatherapie.
Unter den herrschenden politischen Bedingungen in der Heimat wie im Exilland sind dabei die beiden schwerwiegendsten Faktoren die unsichere Aufenthaltssituation und die unklare Rückkehrperspektive. Nur schwer kann dann ein verlässlicher, sicherer Raum für die Behandlung entstehen. Die Arbeit wird immer wieder von aktuellen Entwicklungen im Asylverfahren und den widrigen Bedingungen des Alltagslebens als Flüchtling zurückgeworfen. Auch dramatische Vorkommnisse im Heimatland können sich negativ auf die Behandlung auswirken und die KlientInnen in eine Krise stürzen. Die therapeutische Arbeit konzentriert sich dann auf die Stützung der KlientInnen und auf die Stärkung ihrer eigenen Ressourcen und Möglichkeiten.

Hintergrund:

Koop, Ingrid: „Narben auf der Seele: Integrative Traumatherapie mit Folterüberlebenden.“
2001-Koop-integrative-traumatherapie-folteropfer

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