Folter

Weltweit wird laut amnesty international in über 140 Staaten gefoltert (Stand Mai 2014).
Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung zielen Folterungen nicht vor allem auf das Abpressen von Geständnissen. Folter hat vielmehr zwei weiterreichende Ziele: die Zerstörung der Persönlichkeit des Opfers und die Zerstörung der sozialen Gemeinschaft.

Körperliche Folter

Verhör GrafikMan unterscheidet physische und psychische Folter, ohne dass eine klare Grenze zu ziehen wäre. Zur physischen Folter zählen unter anderem Schläge aller Art, Elektroschocks, Vergewaltigung, Verbrennungen u.v.m.. Speziellere Techniken sind z.B. das Aufhängen an den Handgelenken oder die Falaka, d.h. Schläge auf die Fußsohlen. Die körperlichen Folter-Folgen sind entweder eindeutig organisch-traumatischer Natur (vom griechischen: trauma = Wunde, im übertragenen Sinne auch für seelische Zerstörungen benützt) oder psycho-somatisch interpretierbar (seelische Störungen, z. B. durch Folter, äußern sich somatisch, also körperlich, und zwar ohne nachweisbaren organischen Befund, was an Ursache und Konsequenzen aber nichts ändert).

Seelische Folter

kunst1_1Zur psychischen Folter gehören neben permanenter Einschüchterung und Bedrohung z.B. Isolationshaft, Scheinexekutionen oder erzwungenes Zusehen bei Folter und Vergewaltigung von Angehörigen und Freunden. Gefangene werden oft auch dadurch gebrochen, dass sie gezwungen werden, selber Dinge zu tun, die sie sonst nie billigen würden, z.B. selbst an der Folterung anderer mitzuwirken.
So wird versucht, die Opfer an den Stellen ihres Körpers oder ihrer Psyche zu treffen, an denen sie am verletzlichsten sind. Dabei machen die Umstände, in denen all das geschieht, jeden Widerstand gegen die Angriffe auf Körper und Psyche fast unmöglich. Äußerer Widerstand ist ohnehin ausgeschlossen, aber auch eine innere Distanz zum Erlittenen gelingt in der Extremsituation oft nicht. Von der Außenwelt, vor allem von Angehörigen und Freunden, die einen seelischen Beistand leisten könnten, sind die Gefolterten meist vollkommen abgeschnitten. Zusätzlich schwächen permanente Unterernährung und katastrophale hygienische Verhältnisse die Gefangenen. Insgesamt sind sie meist in einer Situation absoluter Hilflosigkeit und Abhängigkeit von ihren Folterern. Umso wichtiger sind Schutz, Sicherheit und soziale wie emotionale Unterstützung nach den schrecklichen Erlebnissen.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie u.a. bei amnesty und dem institut für menschenrechte. Den aktuellen Folter-Bericht (Mai 2014) finden Sie hier.

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