Stellungnahme des Refugio-Vorstands:
Die Diskussion über eine geschlossene Unterbringung von minderjährigen Migranten ist diskriminierend. Notwendig ist vielmehr ein Nachdenken über eine fachlich fundierte und angemessene Betreuung aller z .Z. nicht erreichten oder erreichbaren Jugendlichen.

Aus der Presse ist immer wieder zu entnehmen, dass in Bremen eine geschlossene Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge fehlt. „Diese Diskussion ist sachlogisch falsch und faktisch diskriminierend“, so der Bremer Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied von Refugio e.V., Detlef Driever.

Richtig ist, dass es in Bremen zurzeit etwa 30 Jugendliche männlichen Geschlechts gibt, die mit den üblichen Instrumenten der Sozial-, der Justiz- und der Innenbehörde nicht ausreichend erreicht werden. Sie sind ohne ihre Eltern nach Bremen gekommen und haben einen Migrationshintergrund.

Allerdings gehören zum Gesamtbild auch die etwa 500 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die allein im Jahr 2014 nach Bremen gekommen und nicht wiederholt straffällig geworden sind oder Drogen konsumiert haben. Außerdem gab und gibt es auch weibliche und männliche „begleitete“ minderjährige Einheimische, bei denen in der Vergangenheit eine geschlossene Unterbringung abgelehnt wurde, obwohl sie mit den besagten Instrumenten ebenso wenig erreicht wurden.

Insofern ist es richtig und wichtig, eine Diskussion darüber zu führen, ob es insgesamt in Bremen eine Klientel gibt, für deren gute, fachlich fundierte und angemessene Betreuung andere Lösungen gefunden werden müssen. Diese Diskussion sollte sich aber nicht daran ausrichten, woher diese Jugendlichen möglicherweise überwiegend kommen und ob sie das in Begleitung ihrer Sorgeberechtigten tun.