Bremer Psychotherapeutenkammer verfasst Resolution

Die diesjährige Kammerversammlung am 16. Juni fordert in einer Resolution die Politik auf, die psychotherapeutische Versorgung der wachsenden Zahl von Flüchtlingen in Bremen und Bremerhaven in angemessener Weise sicherzustellen. Es sei nicht akzeptabel, dass die Behandlung von Menschen, die Krieg, Vertreibung und Folter erlebt sowie Angehörige verloren haben, auf eine Kurzzeittherapie beschränkt wird, wie es das „Bremer Modell“ vorsieht.  Das Modell mit der von der AOK herausgegebenen Gesundheitskarte verfolgt das Ziel, den Flüchtlingen einen unkomplizierten Zugang zum gesundheitlichen Versorgungssystem zu ermöglichen.
Fachlich nicht hinnehmbar sei es, dass bei Beantragung einer Psychotherapie eine Begutachtung durch das Klinikum Bremen-Ost beziehungsweise durch das Gesundheitsamt in Bremerhaven vorgeschaltet werde. Dies führe zu einer unnötigen zusätzlichen Belastung von in der Regel schwer traumatisierten Menschen. Außerdem gebe es viel zu lange Wartezeiten in der Regelversorgung. Das Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer „Refugio“ in Bremen leiste mit hoher Kompetenz einen wichtigen Beitrag zur schnellen psychosozialen Betreuung und psychotherapeutischen Behandlung von Flüchtlingen. Dessen Grundfinanzierung durch das Land sollte auf 100 000 Euro verdoppelt werden, damit „Refugio“ den wachsenden Anforderungen gerecht werden könne. Außerdem, so heißt es in der Resolution weiter, sollte das Zentrum und das dort tätige qualifizierte Personal in die Regelversorgung durch die gesetzlichen Krankenversicherungen aufgenommen werden. Darüber hinaus fordern die Kammermitglieder, dass die Kosten für Dolmetscherdienste übernommen werden.
Mehr dazu: hier