Flucht

Weltweit gibt es derzeit über 65 Millionen Flüchtlinge und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen, die ihre Heimat aufgrund von Verfolgung, Krieg, Vertreibung und anderen massiven Menschenrechtsverletzungen verlassen mussten. Der überwiegende Teil von ihnen flieht in benachbarte Staaten. Aktuelle Angaben über Herkunfts- und Aufnahmeländer sind nachzulesen bei der uno-fluechtlingshilfe oder unter www.unhcr.de.

Flüchtlinge in Deutschland

Flüchtlinge die in Deutschland einen Asylantrag stellen, kommen  zunächst in eine Erstaufnahmeeinrichtung, werden registriert und von der Asylbehörde über ihre Fluchtgründe befragt. Sie erhalten eine Aufenthaltsgestattung, die ihnen erlaubt, in Deutschland zu bleiben, bis über den Asylantrag entschieden ist. Mit Ausnahme derjenigen, die bereits in einem anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt haben. Sie werden nach dem Dublin-Verfahren behandelt.
Die Zahl der Asylanträge ist in Deutschland seit 1993 stark rückläufig. Erst seit 2010 steigen die Zahlen wieder an. Im Jahr 2015 haben über 477.000 Menschen einen Asylantrag in Deutschland gestellt (etwa soviele wie im Jahr 1992); offiziell sollen aber weit mehr ein- oder durchgereist sein, ohne einen Antrag stellen zu können. Zwischen Januar und Dezember 2016 zählte das BAMF 745.545 Erst- und Folgeanträge auf Asyl und damit mehr als im Vorjahr. Zwischen Januar und Dezember 2017 nahm das Bundesamt insgesamt 222.683 Asylanträge entgegen. (Quelle: bamf.de)

Weitere Zahlen und Fakten finden Sie hier.

„Zwischen 2015 und 2017 erhielten 836.000 Personen Schutz vom BAMF, damit liegt die bereinigte Schutzquote bei 63 Prozent. Und dabei sind die positiven Gerichtsentscheidungen bis September 2017 noch nicht einmal miteingerechnet.“ (Pro Asyl)

Flüchtlinge in Bremen

Viele Menschen sind in den vergangenen Jahren vor Krieg und Gewalt aus ihrer Heimat geflüchtet. Im Jahr 2015 hat das Land Bremen mehr als 10.000 Asylsuchende sowie gut 2.600 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen. Insgesamt entspricht der Zugang des vergangenen Jahres rund zwei Prozent der Bevölkerung im Bundesland Bremen – auf 50 Bremer kommt damit ein Flüchtling.

Seit Ende 2015 ist der Zuzug von Flüchtlingen wieder gesunken. Es kommen aber weiterhin schutzsuchende Menschen zu uns. Laut Sozialbehörde seien im Jahr 2017 2.638 Menschen im Land Bremen angekommen. Die Zahl setzt sich aus 1.565 Erstaufnahmen, 1.026 Familienangehörigen und 47 unbegleiteten Minderjährigen zusammen.

Informationen über aufenthaltsrechtliche Erlasse in Bremen sind nachzulesen beim Innensenator Bremen.

Abschiebung

Die wohl stärkste Belastung für einen großen Teil der Flüchtlinge stellt die unsichere Aufenthaltssituation in Deutschland bzw. drohende Gefahr der Abschiebung dar. Dies ist der Fall, wenn die Flüchtlinge noch auf eine Anerkennung warten oder einen ablehnenden Bescheid erhalten haben, in dem aber nicht alle Gründe berücksichtigt wurden. Dies heißt für sie, dass die belastende Situation der Ungewissheit und Bedrohung eben nicht – wie erhofft – ein Ende hat. Abschiebung bedeutet ja die erzwungene Rückkehr in eben die Verhältnisse, unter denen das Trauma entstanden ist. Daten und Zahlen finden Sie hier.

Diese Zeit der Ungewissheit ist erfüllt von Hoffnungslosigkeit und erzwungener Passivität. Sie macht es zudem oft unmöglich, sich mit dem Erlittenen auseinander zu setzen. Die Angst vor einer erneuten Verfolgung führt dabei nicht selten zu Suizidgedanken und -versuchen. Dieser Umstand begegnet uns oft als extremes Hindernis in Beratung und Therapie.  Die Praxis der Abschiebehaft empfinden viele als zusätzlich entwürdigend. Die Flüchtlinge werden in regulären Gefängnissen wie Kriminelle inhaftiert, obwohl sie keine Straftaten begangen haben. Die Passivität wird dort nochmals gesteigert, wenn es keine Freizeitangebote, kaum Kontakt zur Außenwelt und nur wenige Minuten Hofgang am Tag gibt.

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