Bremer Behandlungszentrum für Flüchtlinge hat einen sicheren Ort gefunden

Seit nunmehr 27 Jahren finden Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Diskriminierung aus den Krisenregionen dieser Welt geflohen sind, Unterstützung bei REFUGIO Bremen.
2015 nahmen etwa 330 Menschen jährlich kostenlose psychosoziale Beratung und eine vielfältige therapeutische Behandlung in Anspruch. Und auch 2016 gab es neben den laufenden Behandlungen bereits über 240 Neuanmeldungen.

Parallel zum steigenden Behandlungsbedarf ist auch das Team von REFUGIO, bestehend aus TherapeutInnen, SozialpädagogInnen, Projekt- und Verwaltungsmitarbeitenden sowie Dolmetschenden, in den vergangenen Jahren gewachsen. Es wurde zuletzt räumlich immer schwieriger. Die Stiftung REFUGIO hat nun mithilfe von Spenden vieler Bremerinnen und Bremer eine Lösung für die Raumnot finden können: Ein eigenes Haus für REFUGIO.

„Unser Ziel ist es, die Arbeit des Behandlungszentrums nachhaltig zu stärken“ erklärt Gerd Wenzel, ehrenamtlicher Vorstand der 2014 gegründeten Stiftung REFUGIO. „Mit diesen neuen Räumen ist ein wesentlicher Schritt gelungen.“ Zentral gelegen, bieten die neuen Räume auf drei Etagen ausreichend Platz für Gruppen- und Einzeltherapien, Kunsttherapieangebote und Fortbildungen. Der Kaufvertrag ist unterschrieben, doch noch sind einige Umbauarbeiten nötig. Dies zu ermöglichen, dabei soll das alljährliche Benefizkonzert helfen.

Begonnen hat REFUGIO 1989 die therapeutische Arbeit in den Räumen des Gesundheits-ladens in der Braunschweiger Straße bevor das damals sehr kleine Team 1991 eigene Räume im Stadtteil Findorff fand. Seit 2002 ist das Zentrum in der Parkstraße zu finden. Entstanden ist REFUGIO aus einer Initiative, die dem faktischen Ausschluss seelisch  belasteter oder traumatisierter Flüchtlinge vom Zugang zur Gesundheitsversorgung  bewusst ein kostenloses aber professionelles therapeutisches Behandlungsangebot entgegensetze. Ingrid Koop, heutige therapeutische Leitung von REFUGIO, war von Beginn an dabei. „Dieses neue Haus gibt uns und unseren KlientInnen Sicherheit“, bestätigt sie mit großer Freude.  „1995 mussten wir für mehrere Monate schließen. Das soll uns nicht wieder passieren.“

Das Team, der Vereins- und der Stiftungsvorstand danken der großzügigen Unterstützung Bremer Spenderinnen und Spender, die diesen Schritt ermöglicht haben.
Der Umzug des Behandlungszentrums ist für den Sommer 2017 geplant.