Kunsttherapie

Im Mittelpunkt der Kunsttherapie steht der Prozess des Gestaltens mit künstlerischen Mitteln wie Malen, Zeichnen und Plastizieren mit Ton. Im eigenen bildnerischen Tun und der damit verbundenen emotionalen Beteiligung liegt die heilsame Wirkung der Kunsttherapie.

My beautiful pictureDas Eintauchen in den Gestaltungsprozess und die Bewältigung der technisch-handwerklichen Probleme bindet die Aufmerksamkeit an konstruktives Tun, fördert so die Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit und regt insgesamt die Selbstheilungskräfte der Menschen an. In ganzheitlichem Erleben wächst durch das Sehen, Fühlen, Spüren, Denken und Gestalten auf intensive Weise (wieder) das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit. Dadurch kann Abstand zu quälenden Erinnerungen entstehen und die Fähigkeit zur Entspannung gefördert werden.

„Schwere Erinnerungen wiegen schwer. Wir versuchen gute Erinnerungen auf die andere Seite der Waage zu legen, um eine Balance zu schaffen.“ Gisela Köster, Kunsttherapeutin bei REFUGIO

Kunsttherapie ist deswegen auch sehr geeignet für  die Arbeit an persönlichen Ressourcen. In der traumatherapeutischen Arbeit bietet Kunsttherapie manchmal einen ersten, nonverbalen Zugang zu  Erlebnissen „namenlosen Entsetzens“, die (noch) nicht in Worte gefasst werden können.

„Relaxing the nerves!“ So beschreibt eine Teilnehmerin aus Syrien die Wirkung.
kunsttherapie Foto 14 kunst2_1Bei REFUGIO arbeiten Kunsttherapeutinnen mit einzelnen KlientInnen oder in der Gruppe. Der kunsttherapeutische bzw. kunstpädagogische Ansatz wird auch mit Erfolg  in der Prävention eingesetzt, z. B. bei Kindern und mitbetroffenen Familienmitgliedern.
Im Jahr 2013 und 2014 haben wir erstmalig auch niedrigschwellige Angebote mit arabischsprachigen Frauen in Zusammenarbeit mit dem Ortsamt Mitte durchgeführt.

Kunstausstellungen

VON KARTOFFELN UND APRIKOSEN

Am 31. Oktober – 22. November 2014 zeigen wir in der VHS Bremen ausgewählte Arbeiten aus der Kunsttherapie mit Flüchtlingen. Die Ausstellung präsentiert über 70 Exponate, die in den vergangenen fünf Jahren in der Arbeit mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen aus mehr als 15 Ländern in Bremen entstanden sind. Sie drücken aus, wovon viele der Geflüchteten träumen und wofür sie kämpfen: Einen Ort zum Leben, Essen und Trinken, Bildung und Arbeit, Alltag, Normalität in Frieden.

 

GETRENNTE WELTEN

Unter diesem Titel wurde 2006 die erste Ausstellung mit Bildern aus der Kunsttherapie bei REFUGIO mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Flüchtlingen an verschiedenen Ausstellungsorten in Bremen und Bremerhaven präsentiert. Bei den Ausstellungsobjekten handelt es sich um Arbeiten von Menschen, die Schweres oder gar existenziell Bedrohliches erlebt haben und oft nicht in der Lage sind, diese traumatisierenden Erfahrungen ohne Unterstützung zu verarbeiten. Vielfach sind dies Erlebnisse von Verfolgung, Vertreibung, Krieg, Bedrohung, Inhaftierung, Folter, der Verlust von nahestehenden Menschen oder der Heimat.

Wichtig war es uns außerdem, die konstruktiven und ressourcenorientierten Aspekte in der Traumaarbeit zu betonen und der Öffentlichkeit somit auch eine andere Seite als die hilfsbedürftige und leiderfüllte Situation der Betroffenen zu zeigen.

Ausstellungsverleih
Es existiert auch eine kleinere, kartonierte  Form der Ausstellung Getrennte Welten (Format DIN A 3), die besonders geeignet ist für die Arbeit mit Schulklassen. Sie wurde entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung und gefördert von der swb Bremen.
Beide Ausstellungsversionen sind überregional ausleihbar.
Für die Vollversion fragen Sie bitte bei REFUGIO direkt an, die Schulklassenversion ist zu beziehen über das Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (www.bizme.de), mit dem REFUGIO seit Jahren kooperiert.

europaDie Angebote der Kunsttherapie im Rahmen des Projekts Wege entstehen durch Gehen wurden u.a. gefördert vom EFF (Europäischer Flüchtlingsfonds).

MITMACHEN & SPENDEN