Bewegungstherapie

Multimodaler Behandlungsansatz

Körper- und Kreativtherapien sind ein Teil unseres multimodalen, integrativen Behandlungsansatzes. In der Kombination der Therapien sehen wir, bei entsprechend ausgewähltem Klientel, einen entspannten Geist in einem entspannten Körper und umgekehrt. Sie finden beispielsweise als Erweiterung einer Psychotherapie statt. Die Erfolge, die wir in den letzten Jahren gesehen haben, bestärken uns zu sagen, dass ein multimodales, integrativ aufeinander abgestimmtes Vorgehen erfolgreicher ist als ein Nebeneinander einzelner Behandlungsformen. REFUGIO bietet außerdem passende Bewegungsangebote, wie etwa Fußball- oder Tanzprojekte, für Kinder und Jugendliche an.

Körper- und integrative Bewegungstherapie

körpertherapie Foto 2 Körpertherapie FußKörperliche Schmerzen sind untrennbar mit den seelischen verbunden. Eine belastete Körperlichkeit kann eine Belastung der Gefühle oder der Gedanken zur Folge haben. Folterüberlebende, beispielsweise, sind konkret in ihrer Leiblichkeit bedroht und beschädigt worden, was in der Regel zur Ausbildung einer akuten oder chronischen Stressphysiologie führt und Auswirkungen auf den emotionalen, kognitiven und auch sozialen Bereich hat. Durch körperliche Entspannung und Aktivierung, Bewegungsübungen, Körperarbeit, Physiotherapie, Sport etc., werden Emotionen und Kognitionen beeinflusst und Änderungen im sozialen Netzwerk bewirkt. Manchmal bringt alleine das Gehen, das Bewegen im Raum  eingefahrene Gedanken und erstarrte Gefühle wieder „in Bewegung“. Die äußere Bewegung bewirkt so auch eine innere Bewegung.

Bewegungsgruppe für kurdische Frauen

Auf Grund der positiven Erfahrungen mit multimodaler Behandlung wurde eine Bewegungsgruppe für kurdische Frauen aufgebaut. Die Gruppe trifft sich 14-tägig mit sechs bis acht Frauen, angeleitet von einer Integrativen Bewegungs- und Leibtherapeutin und begleitet von einer Dolmetscherin.

[youtube=http://youtu.be/Iq20-R11d-M&w=540&h=300]

(Filmbeitrag von Ines Nastali und Sandra Sperling)

Traumatische Erfahrungen führen häufig zu Störungen im Leiberleben. Bewegungsarmut, reduzierter Körperausdruck und Muskelverspannungen sowie eingeengte flache Atmung sind hierfür sichtbare Zeichen. Häufig nehmen traumatisierte Menschen Schmerzen, jedoch nicht Entspannung wahr. Die Wiederentdeckung des Körpers steht im Mittelpunkt der Gruppenarbeit. Mit Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen soll das verloren gegangene Gefühl für den eigenen Körper wiederentdeckt werden.  Die teilnehmenden Frauen sollen befähigt werden, eine verbesserte Funktionstüchtigkeit ihres Körpers zu erlangen. Über diesen Weg können sie sich verloren geglaubte und auch neue Gefühlsräume erschließen. Mehr zur Integrativen Bewegungs- und Leibtherapie finden Sie unter www.eag-fpi.de.


Literaturhinweis:

Koop, Ingrid Ingeborg (2008). Integrative Bewegungstherapie mit traumatisierten Flüchtlingen.
In: Waibel, Martin/ Jakob-Krieger, Cornelia: Integrative Bewegungstherapie. Schattauer, Stuttgart

 

MITMACHEN & SPENDEN