Kinder
und FamilienViele Kinder, Jugendliche und Familien, die in das Land Bremen geflüchtet sind, sind durch Kriegserlebnisse in ihrem Heimatland, Vertreibung oder Erfahrung von Terror gegen Minderheiten stark belastet. Sie haben zum Teil Folter oder Zwang zum militärischen Einsatz erlebt und manchmal traumatisierende Umstände auf der Flucht. Zudem leiden sie unter den Lebensbedingungen im Exil, die starken Einfluss auf das Familienleben haben und die Kinder häufig in nicht kindgerechte Situationen zwingen.
Durch
die Flucht wurden sie entwurzelt und allen Sicherheiten und
Geborgenheiten entrissen. In einer solchen Situation bedeutet die
Ankunft in einem fremden Land, oft
ohne Verständigungsmöglichkeiten und ohne Kontakte,
eine zusätzliche große Belastung. Auch die
Lebensbedingungen im Exil, v.a. der meist unsichere Aufenthaltsstatus,
stellen einen permanenten Stressfaktor dar, der sich unmittelbar auf
das Familienleben und auf die Kinder und Jugendlichen auswirkt. Meist
müssen sie als Vermittler zwischen Eltern und Umfeld
fungieren, da sie oft die einzigen Familienmitglieder sind, die
ausreichend deutsch beherrschen. Zudem stehen sie unter dem Druck einer
schnellen Anpassung an das soziale und schulische Umfeld. Dies bedeutet
einen "Spagat" zwischen dem bisherigen Leben und den im Exil gegebenen
Umständen. Aufgrund der ganzen seelischen Belastungen
für die Familien stellen sich Integrationsanforderungen oft
als kaum zu bewältigen dar.
Zur Stabilisierung dieser Familien und angemessenen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen werden im Projekt "Wege ebnen" besondere Angebote bereitgestellt. Durch diese Befähigung zur Teilhabe an der Gesellschaft werden psychischen Folgeerkrankungen vorgebeugt und tragfähige Integrationsperspektiven entwickelt.
Alle Projektangebote orientieren sich an einem integrativen Konzept, das auf dem Hintergrund der Auswirkungen hochbelastender Erfahrungen auf den (jungen) Menschen arbeitet und vom Synergieeffekt eines multiprofessionellen, sich in seinen Aufgaben ergänzenden Teams profitiert.
Ergänzend dazu werden Fortbildungen für Fachleute in Gesundheitswesen und Flüchtlingsarbeit durchgeführt, wie z. B. ein Fortbildungscurriculum zur Traumatherapie mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Flüchtlingen.